STEIGENBERGER GRANDHOTEL AND SPA


Geschichte

Das bunte Leben auf der Promenade und bei den Badelustigen am Strand tobte schon vor fast 200 Jahren in den „3 Kaiserbädern“ auf der Sonneninsel Usedom und zieht die Urlauber damals wie heute in seinen Bann – genauso wie die prachtvollen Villen, deren Baustil Schlüsse auf die Herkunft und Finanzlage ihrer einstigen Besitzer ziehen lassen.

Im Kaiserbad Heringsdorf, das liebevoll und stolz zugleich von seinen Einwohnern „Nizza der Ostsee“ genannt wird, ist es eine ganze Riege von prachtvollen Villen, die auf eine lange, ereignisreiche Geschichte zurückblicken. Das „Weiße Schloss“, das am höchsten gelegene Hotel des Ortes mit einem herrlichen Ausblick nach Bansin und auf die Ostsee, wurde 1820 von Bernhard v. Bülow als erstes Logierhaus der Rittergutsbesitzer errichtet – damals, als sich Usedom ganz langsam zur Trauminsel des Adels und des wohlhabenden Bürgertums entwickelte. Sie alle kamen ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Sommerfrische auf die Insel Usedom. „Sehen und gesehen werden“ – so war es damals schon und so ist es auch heute noch. Es galt als chic, in edlen Kleidern über die Promenade zu spazieren und sich auf den Balkonen der Bäderarchitekturvillen, die in jener Zeit von den reichen Bankiers und dem wohlhabenden Adel in den unterschiedlichsten Stilrichtungen erbaut worden sind, zu zeigen. Selbst heute wünscht sich manche Urlauberin noch, im langen weißen Kleid auf der Loggia einer dieser Villen zu sitzen, Tee zu trinken und sich von den flanierenden Herrschaften bewundern zu lassen. Flanieren und genießen – das tat auch Theodor Fontane 1863. Während seines Aufenthaltes in der heutigen „Villa Fontane“ schwärmte er von den Vorzügen, die ihm die Kaiserbäder boten: „… man hat Ruhe und frische Luft und diese beiden Dinge wirken wie Wunder und erfüllen Nerven, Blut und Lungen mit einer stillen Wonne…“ Zu jener Zeit spielte sich nur wenige Meter entfernt davon im repräsentativsten Kurhaus aller Badeorte, im Kaiserhof Atlantik, der lebhaft an ein Palasthotel an der Riviera erinnerte, das gesellschaftliche Leben ab, dort trafen sich Geldadel und Aristokratie. Heute ist das Haus einer REHA-Klinik und einem Kurhotel gewichen.

Doch der Kaiserhof war nicht das einzige Haus, welches mit seiner Eleganz die Blicke der Urlauber, der Ruhe und Erholung Suchenden auf sich zog. All die Villen, die zu jener Zeit errichtet worden sind – sei es die an ein Märchenschloss erinnernde Villa Bleichröder, die in hellem Rosa erstrahlende Villa Hintze oder aber das Ensemble prachtvoller Bäderarchitekturvillen in der Bansiner Bergstraße – zeugten von dem Reichtum, der um die Jahrhundertwende auf der Insel Usedom in den „3 Kaiserbädern“ Einzug hielt. Schon damals galten sie längst nicht nur Erholungsbäder, sondern vor allem auch als Kurbäder ersten Ranges. Selbst UFA Stars, Komponisten und Schriftsteller zog es auf die zweitgrößte Insel Deutschlands. Das entspannte Erholen mit geruhsamen Mittagspausen und ausgedehnten Spaziergängen war das Ausleben des „Wellnessgefühls“ in der damaligen Zeit. Heute locken die Häuser – unter ihnen auch der bereits 1890 im schlossähnlichen Charakter erbaute Ahlbecker Hof mit seinen prachtvollen Verzierungen – mit Verwöhnangeboten von der Nasenspitze bis zum kleinen Zeh. Sommerfrische damals, Wellness heute. Die Zeiten ändern sich eben… aber es gibt Dinge, die bleiben über die Jahrhunderte erhalten. So auch die zeitlose Schönheit der Kaiserbäder, mit der sie ihre Gäste noch heute mit offenen Armen empfängt.



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